Ausbildung
THW besucht größte Bonner Kläranlage
Wasser ist aus unserem Leben nicht wegzudenken! Wir nutzen es auf vielfältige Art und Weise. Doch was passiert mit dem Wasser, wenn es im Kanal verschwindet? Es läuft in eine Kläranlage. Wie funktioniert die eigentlich?
Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, besichtigten fünfzehn Helfer aus dem Ortsverband Bonn die städtische Kläranlage am Salierweg in Graurheindorf. Im Besucherzentrum wurden sie von einem leitenden Mitarbeiter begrüßt. Zunächst informierte ein Film über die Funktion einer Kläranlage. Es folgte ein ausführlicher Rundgang durch das weitläufige Gelände, wo die im Film gezeigten Abläufe besichtigt wurden.
Das Wasser durchläuft zwei Reinigungsstufen:
1. Die mechanische Reinigungsstufe
Die ersten Stationen der mechanischen Reinigung sind Rechen und Sandfang. An den Rechen sammeln sich Papier, Plastik und Textilien. Im Sandfang sinken Sand und ähnlich schwere Stoffe auf den Boden. In den Vorklärbecken wird die Fließgeschwindigkeit des Wassers verringert. Dadurch sinken leichtere Teile von der Gurkenscheibe über den Tomatenkern bis zum Papierschnipsel auf den Beckenboden. Schwimmfähiges, z.B. Fett treibt an die Oberfläche und wird dort abgeschöpft.
2. Die biologische Reinigungsstufe
Hier fressen Kleinstlebewesen wie Einzeller und Bakterien all die Stoffe, die noch im Wasser sind, egal ob flüssig oder fest. Dabei durchläuft das Abwasser in den Belebungsbecken Bereiche in die Luft hineingeblasen wird und andere, in denen kein Sauerstoff vorhanden ist. Die biologische Reinigung dauert fast einen ganzen Tag.
Zum Schluss fließt das gereinigte Abwasser mit den Kleinstlebewesen in Nachklärbecken. Dort sinken die Bakterien auf den Beckenboden.
Der übrig bleibende Schlamm mit den Bakterien wird abgepumpt, entwässert und etwa einen Monat in sogenannten Faultürmen gelagert. Hier wird er thermisch verwertet und in Asche umgewandelt. Das dabei entstehende Faulgas wird innerhalb der Kläranlage als regenerative Energiequelle genutzt.
Nach der Besichtigung bedankte sich der Ortsbeauftragte für die ausführliche Schilderung der Arbeitsabläufe und die Beantwortung der Fragen. Anschließend fuhren die Helfer zurück zur Unterkunft.
10.05.2010